Ganzheitsmedizin.de

  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size
Navigation: Methoden Akupunktur

Akupunktur

Herkunft und Definition


Die Akupunktur ist eine über 4000 Jahre alte Methode. In Deutschland wird sie seit dem 17. Jahrhundert angewendet.

AkupunkturbehandlungDie Akupunktur ist Bestandteil der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM). Die TCM stellt in sich ein ganzheitliches Medizinsystem dar, da sie im Prinzip von einem erweiterten Menschenbild, das Körper, Seele und Geist als untrennbare Bestandteile des Menschen ansieht, ausgeht.
Sie besitzt ein eigenes diagnostisches System und beinhaltet auf der therapeutischen Seite sowohl Verfahren der Phytotherapie, wie auch Entspannungsmethoden, sowohl körperliche Übungen, als auch Meditationsübungen, bezieht die Ernährung mit ein und beinhaltet die Akupunktur.

Sie postuliert eine Lebensenergie (chin.: Qi), deren Blockade, Fülle oder Mangel für Krankheiten verantwortlich gemacht wird. Die Lebensenergie zirkuliert in Leitbahnen, die Meridiane genannt werden. Auf den Meridianen sind die Akupunkturpunkte wie Perlen auf einer Kette aufgefädelt. Die Akupunkturpunkte können auf verschiedene Weisen behandelt werde.  Werden sie mittels Nadeln behandelt spricht man von "Akupunktur". Werden sie mittels Fingerdruck stimuliert, spricht man von "Akupressur".Werden sie mittels Wärme behandelt, spricht man von "Moxibustion". Werden sie mit einem Softlaserstrahl behandelt, spricht man von "Laserakupunktur".

Je nachdem welche Akupunkturpunkte man behandelt unterscheidet man verschiedene Akupunkturarten. Bei der "Körperakupunktur" liegen die Akupunkturpunkte auf den Meridianen über den ganzen Körper verteilt. Bei der "Ohrakupunktur" liegen die Akupunkturpunkte auf und hinter der Ohrmuschel. Bei der "Schädelakupunktur" liegen die Akupunkturpunkte auf dem  Schädel. Jede Akupunkturmethode hält für verschiedene Erkrankungen eine Behandlungsmöglichkeit bereit, sodaß auch mehrere Akupunkturmethoden zur Wirkungsverstärkung gleichzeitig angewendet werden können.

Wirkungsweise


Akupunkturpunkte an Kopf und OberkörperDie Akupunktur ist eine Regulationstherapie. Sie kann Kräfteungleichgewichte im Körper ausgleichen. Die chinesische Medizin verwendet zur Erklärung der Effekte das Modell der im Körper entgegengesetzt wirkenden Kräfte Yin und Yang. Eine Störung des Gleichgewichtes zwischen Yin und Yang führt zu Krankheit. Die Akupunktur kann das Gleichgewicht wieder herstellen und damit Gesundheit wieder herstellen.

Nach wissenschaftlichen europäischen Maßstäben kann die Akupunktur folgendermaßen erklärt werden:
Die Behandlung der Akupunkturpunkte z.B. durch feine Nadeln führt durch Stimulation der Nervenendigungen zu direkten Effekten am Rückenmark und in Teilen des Gehirns. Die Weiterleitung von Schmerzimpulsen kann schon im Rückenmark unterdrückt werden. Außerdem werden körpereigene Übermittlungsstoffe und Opiate (z. B. Endorphine, Enkephalin, Dynorphin) freigesetzt.

Damit benutzt die Akupunktur körpereigene Systeme und unterstützt so die Selbstheilungskräfte jedes Menschen. Die Akupunktur ist oft in der Lage, wirkliche Heilung einer Erkrankung herbeizuführen und muß sich nicht auf ein Verdrängen von Symptomen beschränken.

Die hauptsächlichen Wirkungen der Akupunktur sind:

  1. Schmerzstillung
  2. psychisch beruhigende und ausgleichende Wirkung
  3. immunstimulierende Wirkung
  4. homöostatische Wirkung (z. B. auf Blutdruck, Blutzucker)
  5. muskelentspannende Wirkung (z. B. Sportverletzungen, aber auch Astma bronchiale, usw.)
  6. Suchtbehandlung (Nikotin, Alkohol, Eßsucht, usw.)

 

Wissenschaftliche Anerkennung


Akupunkturnadeln im GrößenvergleichDurch eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien innerhalb der letzten 30 Jahre konnten nicht nur die Wirksamkeit, sondern auch weitgehend die Wirkungsmechanismen der Akupunktur erklärt werden. So konnte u. a. gezeigt werden, daß eine gute schmerzstillende Wirkung während der Entbindung bei 92 % der Patientinnen erreicht wird. Die Entbindungszeit konnte signifikant gesenkt werden (schon 1977). Es konnte eine Beschleunigung der Heilprozesse, sowie eine Verminderung von Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen nach Unfallverletzungen signifikant nachgewiesen werden (schon 1983). Bei chronischen Schmerzzuständen konnte bei 84 % der Patienten eine deutliche Besserung festgestellt werden, Schlafstörungen konnten in 88 % der Fälle gebessert werden (schon 1980). Bei der Behandlung von Migräne konnten bei 2/3 der Patienten sehr gute Resultate erzielt werden. Auch in der Allergiebehandlung konnten ausgezeichnete Erfolge erziehlt werden. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt in einer Liste von über 40 Erkrankungen sogar ausdrücklich die Akupunktur als Therapie.

Nebenwirkungen


Die Akupunktur ist praktisch nebenwirkungsfrei. Mögliche Gefahren der Akupunktur sind bei genauer Beachtung der Regeln völlig zu vermeiden. Vorsicht ist z.B. bei Schwangeren geboten. Die Akupunktur an sich, ist bei richtiger Durchführung nahezu schmerzfrei. Bei Kindern kann man auf die schmerzfreie Laserakupunktur ausweichen.

Indikationen


Grundsätzlich gilt: "Akupunktur heilt was gestört ist, Akupunktur heilt nicht, was zerstört ist".

Indikationen der Akupunktur nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO):

1.     Erkrankungen des Atmungstraktes

  • akute und chronische Stirn-/Kiefernhöhlenentzündung
  • akuter / chron. Schnupfen
  • Mandelentzündung (Tonsillitis)
  • allgemeine Erkältungskrankheiten
  • akute / chron. Bronchitis
  • Asthma bronchiale


2.     Augenerkrankungen

  • Bindehautentzündung (Konjunktivitis)
  • grauer Star (Katarakt)


3.     Erkrankungen der Mundhöhle

  • Zahnschmerzen
  • Schmerzen nach Zahnentfernung
  • akute / chron. Halsentzündung


4.     Erkrankungen des Verdauungstraktes

  • akute /chron. Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • chronisches Geschwür (Ulcus)
  • Verstopfungen
  • Verkrampfungen (Spasmen)
  • akute /chron. Darmentzündung
  • übersäuerter Magen


5.     Neurologische Erkrankungen

  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Trigeminusneuralgie
  • Fazialisparese
  • Lähmungen nach Schlaganfall
  • Periphere Neuropathien
  • Meniere-Krankheit
  • Hexenschuß (Ischialgie)
  • Interkostalneuralgie
  • Bettnässen (Enuresis nocturna)


6.     Orthopädische Erkrankungen

  • Schulter-Arm-Syndrom
  • Tennisellenbogen
  • Kreuzschmerzen (Lumbalgie)
  • Rheuma
  • Pariarthritis humeroscapuleris


7.     Hauterkrankungen

  • Ekzeme
  • Neurodermitis
  • Wundheilungsstörungen
  • Herpes simplex / zoster


8.     Allergien

  • Heuschnupfen
  • Hausstauballergie
  • Tierhaarallergie